Raum - Zeit - Material

Unser Kindergarten liegt in einer Wohngegend von Neustadt und befindet sich in einem Zweifamilienhaus mit Einliegerwohnung, wobei wir die Erdgeschosswohnung „beleben“. Dieser äußere Rahmen sorgt für eine heimelige und familiäre Atmosphäre.

Raum

  • Unsere Räume sind nie fertig. Die Kinder selbst und die Beobachtung ihres Handelns verdeutlichen uns immer, was an den Räumen nicht stimmt und was verändert werden muss
  • das gesamte Kindergartengebäude und das Außengelände mit Werkstatt und Gartenhaus sind frei wählbare Spielorte und stehen den Kindern ohne Einteilung in Altersgruppen jederzeit zur Verfügung
  • in unseren Räumlichkeiten ist kein größerer Bewegungsraum vorhanden, was zur Folge hat, dass es uns nicht möglich ist beispielsweise eine Bewegungsbaustelle aufzubauen... Aufgrund dieser Situation nehmen die Kinder vermehrt das Außengelände in Anspruch. Ein Außengelände, welches durch seine „Hanglage“ und Unebenheit für viele Kinder immer wieder auch eine Herausforderung ist, um in frischer Luft den Körper zu spüren, neue Bewegungsmöglichkeiten zu lernen und zu entdecken
  • die Räumlichkeiten sind so aufgeteilt, dass sie „ruhige Aktivitäten“ und „lärmende Bewegung“ ermöglichen.
  • Räume und Ausstattung erlauben es den Kindern, Orte, Zeitdauer, Materialien, sowie Spielpartner selbst zu wählen
  • wir bilden Räume im Raum, da die von Kindergartenkindern selbständig gebildeten Gruppen meistens nicht mehr als zwei bis fünf Kinder umfassen
  • die Räume sind übersichtlich gestaltet, in dem Sinne, dass die Wände nicht durch Bilder von den Kindern u.a. überladen werden und somit die einzelnen Bereiche deutlich zum Vorschein kommen können
  • innerhalb einer festen Grundstruktur halten wir den Raum variabel, um sich den Spielbedürfnissen anzupassen, die sich im Laufe der Zeit entwickeln und verändern.

Zeit

Offenheit im Tagesablauf benötigen die Kinder, 

  • damit sie ihre Spiel- und Entdeckungsprozess über einen längeren Zeitraum entwickeln können. Hierzu ist ausreichend zusammenhängende Zeit erforderlich damit individuelle und entwicklungsbedingte Unterschiede in der Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit des Kindes berücksichtigt werden können
  • damit die Kinder ein Gefühl für den eigenen Rhythmus von Aktivität und Ruhe finden können
  • eine Mindestzahl von Ereignissen, die sich in zuverlässigem Rhythmus Tag für Tag/Woche für Woche wiederholen, verschafft Orientierung und gibt Sicherheit

Material

  • wir unterscheiden grundsätzlich zwischen strukturiertem und unstrukturiertem Materialien; dies wird je nach Bedarf immer wieder ausgewechselt, verändert, weggeräumt
  • wir achten darauf, dass unstrukturiertes Material nicht nur auf den Außenbereich beschränkt bleibt, sondern auch in den Spielbereichen der Innenräume in ausreichendem Maße vorhanden ist, da wir immer wieder beobachten können, dass zum Beispiel das Anbieten von Konstruktionsmaterialien (strukturiertes Material) erst dann sinnvoll ist, wenn das Kind genügend Möglichkeiten erprobt und Erfahrungen mit unstrukturiertem Material gesammelt hat.
  • die für die Kinder bestimmten Materialien, Spiele, Werkzeuge ... sind für die Kinder leicht zugänglich und auch benutzbar (z.B. Stifte gespitzt, Materialfächer aufgefüllt, Werkzeuge in Ordnung)
  • wird etwas im Leben der Kinder unwichtig, verschwindet es wieder und irgendwann wird auch Verschwundenes wiederentdeckt
  • die Ausstattung richtet sich neben den räumlichen und finanziellen Bedingungen, auch nach den zeitlichen Möglichkeiten und kreativen Fähigkeiten der Erzieherinnen
  • um den Kindern möglichst viel Aufmerksamkeit zu widmen, bereiten wir die Räume/Material in der Regel vor, ehe die Kinder kommen
  • bewährt haben sich bei uns die „Spielkästen“ (in Anlehnung an Heleana Jehle), sowie kleine Bodentische oder Tabletts mit Ständer, auf denen jeweils ein Spiel- oder Arbeitsmaterial angeboten wird. Bewährt deshalb, da 
    • sie für die Kinder leicht transportierbar sind
    • Kinder jeder Größe daran sitzen können und somit nicht auf die Normgröße durch Stühle angewiesen sind
    • das Kind die Haltung zum Spielen einnehmen kann, die ihm angenehm ist – es kann immer seine Sitz-/Kniesitzposition verändern ohne den „Boden unter seinen Füßen“ zu verlieren
    • das Arbeiten und Spielen auf dem Boden generell in hohem Maße für seine Körper- und Bewegungsentwicklung förderlich ist